Deutsch English
Startseite | Impressum | Übersicht
 
»Therapie der Frau
»Therapie des Mannes
»Mamma-Karzinom
»Schwangerschaft nach Mamma-Karzinom
»Hodgkin-Lymphom
»Non-Hodgkin-Lymphom
»Autoimmunerkrankungen
»Häufige Fragen
»Kontakte
 
Standort : Behandlungen / Schwangerschaft nach... /

Schwangerschaft und Mutterschaft nach einer Mammakarzinom-Erkrankung

Kommt es zum Schwangerschaftseintritt nach einer Brustkrebserkrankung so müssen mögliche Wechselwirkungen zwischen der Schwangerschaft, der vorausgegangenen Brustkrebserkrankung und der deshalb notwendigen Therapie bedacht werden.


Auswirkungen der Tumortherapie auf die Schwangerschaft und die Nachkommen
Effekte der Chemotherapie

Mehrere Studien, die die Gesundheit von Nachkommen nach Tumorerkrankung und Tumortherapie untersucht haben, fanden weder vermehrte Auffälligkeiten bei den Kindern von ehemaligen Krebspatientinnen, noch finden sich vermehrt nicht-erblich bedingte Krebserkrankungen. Bei Patientinnen mit einer Brustkrebserkrankung als Folge einer BRCA 1 oder 2 – Mutation sollte eine Untersuchung des Kindes bezüglich einer genetischen Komponente der Brustkrebserkrankung angeboten werden.

Ist die Schwangerschaft innerhalb des ersten Jahres nach dem Ende der onkologischen Therapie eingetreten, besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, für die Geburt eines Kindes mit vermindertem Geburtsgewicht, für eine Totgeburt und für eine Frühgeburtlichkeit des Kindes. Deshalb sollte die Schwangerschaft engmaschig überwacht werden. 

Effekte der Hormontherapie
Als endokrine onkologische Therapie können bei Patientinnen mit einem Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonisten (=GnRH-a), Antiöstrogene und Aromatasehemmer zum Einsatz kommen. Zur Anwendung in der Schwangerschaft liegt lediglich eine Fallbeschreibung zur Gabe von Tamoxifen vor: Der Schwangerschaftsverlauf war unauffällig, das Kind entwickelte sich bis zum 2. Lebensjahr unauffällig. 
Effekte einer Therapie mit Herceptin
Da die Halbwertszeit von Herceptin bei 28,5 Tagen liegt, sollte Herceptin 6 Monate vor dem Anstreben einer Schwangerschaft abgesetzt werden. Bei Anwendung in der Schwangerschaft kann es zur reversiblen Schädigung der kindlichen Nieren mit Verminderung des Fruchtwassers kommen, weitere Auffälligkeiten sind nicht aufgetreten.
Effekte einer Therapie mit Bisphosphonate (z.B. Zoledronsäure)
Die Halbwertszeit von Zoledronsäure liegt bei 146 Stunden, so dass von der letzten Anwendung bis zum Eintritt einer Schwangerschaft eine Latenzphase von 1 Monat vergehen sollte. Kindliche Auffälligkeiten wurden nicht beobachtet.


Einfluss der Brustkrebserkrankung auf Stilltätigkeit

Die Bestrahlung der betroffenen Brust kann zu Gewebeveränderungen im Sinne von Verhärtungen und Verengung der Milchgänge führen. In der Regel findet man auf der bestrahlten Seite eine deutliche Einschränkung der Milchproduktion und es besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Brustentzündung. Mit der gesunden Brust kann problemlos gestillt werden.


Nachsorge-Untersuchungen in der Schwangerschaft

Die empfohlenen Nachsorgeuntersuchungen umfassen überwiegend die körperliche Untersuchung zunächst in vierteljährlichem, später in halbjährlichem Turnus. Diese Untersuchungen können problemlos auch in der Schwangerschaft durchgeführt werden. Die üblichen Mammagraphie-Kontrolle sind eingeschränkt wegen der möglichen Strahlenbelastung des heranwachsenden Kindes und auch wegen der eingeschränkten Beurteilbarkeit durch die Veränderung der Brust in der Schwangerschaft. Möglich ist die Ultraschalluntersuchung der Brust. In dringenden Fällen kann zum Ausschluss eines auffälligen Befundes nach ausreichender Abschirmung des Kindes auch eine Mammographie durchgeführt werden.


Risiko für das Wiederauftreten bzw. das Fortschreiten einer Brustkrebserkrankung durch die Schwangerschaft

Da es sich bei einer Brustkrebs-Erkrankung um eine hormonabhängige Erkrankung handelt, besteht die Sorge, dass die mit der Schwangerschaft einhergehenden Hormonwerte einen Einfluss auf das Risiko für das Wiederauftreten oder ein Fortschreiten der Erkrankung haben.
Die hierzu vorliegende Datenlage zeigt, dass jungen Frauen nach lokal begrenzter Brustkrebs-Erkrankung nicht von einer Schwangerschaft abgeraten werden sollte, denn die Schwangerschaft scheint keinen negativen Einfluss auf die Prognose des weiteren Erkrankungsverlaufes zu haben. Teilweise zeigt sich sogar eine verbesserte Überlebensrate bei den Frauen, die nach der abgeschlossenen onkologischen Therapie ein Kind geboren haben.
Eine Schwangerschaft sollte aber frühestens nach einem Zeitintervall von 2 Jahren nach der Erkrankung angestrebt werden. Je nach Ausdehnung der Erkrankung und Art der Nachbehandlung sollte das Zeitintervall noch länger sein.
Grundsätzlich muss bei einem Kinderwunsch nach einer Brustkrebserkrankung die individuelle Situation mit den behandelnden Onkologen/Senologen besprochen werden. 

 




Seite drucken
  Kontaktadressen 
 


Leitungsteam FertiPROTEKT:

  • Prof. Dr. med. Michael von Wolff, Bern  (Koordinator Medizin) 
    Michael.vonWolff@insel.ch
  • Prof. Dr. rer. nat. Ralf Dittrich, Erlangen (Koordinator Biologie) 
    Ralf.Dittrich@uk-erlangen.de
  • Prof. Dr. med. Frank Nawroth, Hamburg
  • PD Dr. med. Barbara Lawrenz, Tübingen
  • PD Dr. med. Ariane Germeyer, Heidelberg
  • Dipl. human. biol. Jana Liebenthron, Bonn
  • Prof. Dr. med. Jan Krüssel, Düsseldorf (Gastgeber Jahrestreffen 2014) 

Kontaktadressen des Leitungsteams und aller Zentren des Netzwerks finden Sie auf der folgenden Homepage-Seite: Bitte anklicken: "Kontaktadressen"

 
  Aktuelles
30.03.2013 - Termine der Jahrestreffen 2014 und 2014
Die Termine für die Jahrestreffen 2014 und 2015 stehen fest: 2014 wird das ...

24.03.2011 - Die neuen Empfehlungen von FertiPROTEKT sind online
FertiPROTEKT hat praktische Empfehlungen zu fertilitätsprotektiven Techniken international publiziert, die unter folgendem link ...

05.03.2010 - Meilenstein bei der Kryokonservierung
Bei dem Jahrestreffen von FertiPROTEKT im März 2010 wurde ein Meilenstein in der ...

14.09.2008 - Die Homepage ist jetzt auch in englischer Sprache abrufbar
Da das Netzwerk FertiPROTEKT inzwischen auch international große Beachtung findet und sich die ...

23.07.2008 - Erweiterung des Netzerks auf den gesamten deutschsprachigen Raum
Aufgrund zahlreicher Nachfragen wurde beschlossen, das Netzwerk auf den gesamten deutschsprachigen Raum auszuweiten. ...

01.12.2007 - Broschüre ”Kinderwunsch und Krebs” seit November 2007 bei der Deutschen Krebshilfe erhältlich
Seit November 2007 gibt die Deutsche Krebshilfe einen eigenen Ratgeber der "Blauen Reihe" ...

Zum News-Archiv »