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Lebt die Patientin in keiner festen Partnerschaft, so wäre die Fertilisierung der Oozyten zum Zeitpunkt der Oozytenentnahme lediglich mit Fremdsperma möglich. Ein solches Vorgehen, heterologes IVF genannt, ist jedoch für die meisten Patientinnen nicht akzeptabel und in Deutschland bei Ledigen verboten. Fortschritte bei der Konservierung unfertilisierter Oozyten bieten hier neue Perspektiven.
Die erste Schwangerschaft nach der Befruchtung kryokonservierter Oozyten wurde in den achtziger Jahre publiziert. Allerdings führte erst die Verbesserung der Labortechniken, insbesondere die Optimierung der hochsensiblen Einfrier- und Auftautechniken, zu Schwangerschaftsraten, die den Einsatz dieses Verfahrens bei speziellen Indikationen zunehmend ermöglichen. Die Überlebensrate nach dem Auftauen, die Implantations- und Schwangerschaftsrate sowie die Geburtenrate sind inzwischen bei kryokonservierten Oozyten und kryokonservierten Embryonen ähnlich. Yang et al. ( Fertil Steril , 2002, 78 (Suppl 1): O-37) ermittelten im Rahmen eines, in Deutschland nicht verfügbaren, Eizellspendeprogramms bei 24 Zyklen mit kryokonservierten Oozyten eine kumulative Schwangerschaftsrate von 45% pro Punktionsversuch. Auch die Untersuchungen zur strukturellen Integrität kryokonservierter Oozyten (Gook et al., Hum Reprod, 1994, 9: 684-91; Baka et al., Hum Reprod, 1995, 10: 1816-20) sowie die Geburt von Kindern ohne größere Fehlbildungen (Yang et al., 2002) lassen die Kryokonservierung unfertilisierter Oozyten vor einer zytotoxischen Therapien trotz limitierter Erfahrungen als ein Verfahren mit kalkulierbarem Risiko und hohen Erfolgschancen erscheinen. Zunehmend wird das Verfahren der Vitrifikation zur Kryokonservierung von unfertilisierten Oozyten genutzt, bei welchem zur Vermeidung von destruierenden Eiskristallen die Oozyten in Halme aufgezogen und ultraschnell in Stickstoff eingefroren werden (s. Foto). Diese Technik verspricht derzeit noch höhere Überlebensraten als die bisherigen Einfrierprotokolle. Da ein Kontakt mit Stickstoff theoretisch zu einer Kontamination der Oozyten führen könnte, wurden spezielle aseptische Einfriertechniken entwickelt (Isachenko et al., Fertil Steril, 2006, 85: 741-7). |